70 Jahre Fronleichnamsprozession St Bruder Konrad

Die Mitglieder des Kirchevorstandes tragen den Baldachin (Himmel). Das Allerheiligste wird vom Vikar Markus Henke in der Monstranz getragen. Die Messdiener begleiten die Prozession als Leuchterträger. Foto: Markus Schumacher

Die Feier der Sakramentprozession am Sonntag nach Fronleichnam hat in Spexard seit 70 Jahren Tradition. Am 3. Juni 1945, noch keine vier Wochen nach der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands, wurde in Spexard die erste Eucharistische Prozession begangen. „Das war eine aufregende Zeit. Spexard hatten noch keine eigene Pfarrkirche und nicht die nötige Ausstattung für eine Prozession“, sagte Vikar Markus Henke bei der Heiligen Messe. „Gestärkt durch ihren tiefen Glauben haben unsere Väter gehandelt.“

 

Damals hatte der Pfarrer Siegfried Hofius von der Pankratius-Gemeinde die Prozession unterstützt. Die Gottesdienste waren in der Speerholzfabrik Feuerborn gefeiert worden und im April 1945 die erste Kinder zur Kommunion gegangen. „Nur die Blumen für den Schmuck hatten wir selbst“, heißt es in der Kirchenchronik von Bruder-Konrad. Kreuze, Altäre und die Monstranz mit dem Allerheiligsten (Leib Christi) wurden von den Nachbargemeinden ausgeliehen. Viele Männer waren noch nicht aus dem Krieg heimgekehrt und konnten an der ersten Prozession nicht teilnehmen. „Trotzdem muss eine sehr gute Stimmung gewesen sein“, erzählte Vikar Henke, der mit Zeitzeugen von damals gesprochen hat. Heute gehört die Prozession zum jährlichen Jahresablauf der Katholiken in Spexard. Sie wird begleitet von der Schützenbruderschaft, den Fahnenabordnungen der Vereine und den Kommunionkindern.

 

Dass die Prozession immer sonntags nach Fronleichnam stattfindet hat einen Grund. Die Feuerwehrkapelle Spexard, gegründet vor 125 Jahren als Katholische Kapelle von Pankratius, begleitet immer am Fronleichnamstag die Prozession in Gütersloh und wirkt bei beiden Prozessionen musikalisch mit. Als es in den Anfangsjahren der Prozession bis zur kommunalen Neureform noch durch Teile von Verl ging, musste an der Station am alten Meierhof Meiertoberens am heutigen Berensweg der zuständige Vikar von St. Anna aus Verl den Segen erteilen.

 

Heute sind die Stationen rund um die Pfarrkirche. Am Ehrenmal, bei der Familie Westhues und auf Stükers Hof sind drei Stationen. Die vierte Station ist die Kirche.Das Glockengeläut ist zu hören und mit dem sakramentalen Segen ist die Prozession zu Ende.