Wilhelm Steckling berichtet in Spexard über seine Arbeit als Bischof in Paraguay

Der im vergangenen November zum Bischof der Diözese Ciudad del Este in Paraguay ernannte Spexarder Geistliche Wilhelm Steckling hat seiner Heimatgemeinde St. Bruder-Konrad einen Besuch abgestattet.

Gemeinsam mit Pfarrer Elmar Quante feierte der 68-Jährige in St.Bruder Konrad am 6. September die Sonntagsmesse, wo er vor 41 Jahren zum Priester geweiht wurde. Die Spexarder bereiteten dem weit gereisten Sohn ihrer Gemeinde einen herzlichen Empfang. Der Kirchplatz war mit Fahnen geschmückt, die Spexarder Vereine hatten Abordnungen geschickt. Im Anschluss an die Eucharistiefeier wartete ein Empfang im Pfarrheim. Das Kirchenvorstandsmitglied Johannes Hollenhorst hatte nach dem Hochamt zur Gemeinde gesprochen und ein "westfälisches Flachgeschenk" in Form eines Geldumschlages für die Missionsarbeit überreicht. "Ich freue mich, in der Heimat zu sein", sagte Steckling zu den Gläubigen in der vollen Pfarrkirche. "Der Ort Spexard steht hinter den Missionaren."


Zudem berichtete er über seine neue Herausforderung in dem südamerikanischen Binnenland. Mehr als 800 Begegnungen und Termine hatte das neue kirchliche Oberhaupt seit Weihnachten. Die rund 900.000 Katholiken sind auf 50 Pfarreien verteilt. Steckling, der viele Jahre in der Priesterausbildung tätig war, erzählte von einem Priesterseminar mit 74 Studenten. Bei der Arbeit wird er von vielen Vereinen und Gruppierungen unterstützt. Dass er zum Erzbischof im Osten von Paraguay berufen wurde, sei für Steckling eine totale Überraschung gewesen. "Ein älterer Ausländer in dieser Position ist eine Seltenheit. Es gab aber große Schwierigkeiten in der Diözese, und Rom traute mir die Aufgabe zu", erzählte Bischof Steckling. Der Papst als Argentinier kenne die Probleme im benachbarten Paraguay, das mit Korruption, politischen Rivalitäten und Armut zu kämpfen habe.

Das erste Gespräch mit dem katholischen Kirchenoberhaupt und weiteren Kurienkardinälen fand Anfang des Jahres in der italienischen Hauptstadt statt. "Das war sehr viel Neuland für mich", so Steckling, der jetzt für zwei Wochen nach Rom weiterflog. Dort wartet ein Seminar für neue Bischöfe auf ihn. In Rom wirkte Steckling von 1992 bis 2010 als Mitglied der Generalverwaltung seines Ordens und später als leitender Generaloberer der weltweit tätigen Gemeinschaft. Seit 1967 gehört er zur Gemeinschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, in Deutschland auch als Hünfelder Oblaten bekannt.

Von 1974 an wirkte Steckling bereits 18 Jahre in Paraguay und kehrte vor fünf Jahren dorthin zurück. 2010 war er zum Rektor des Priesterseminars der Oblaten in der paraguayischen Hauptstadt Asunción berufen worden.

In seiner neuen Heimat wartet auf Wilhelm Steckling viel Arbeit. "Ich will alle Priester und Pfarreien kennenlernen."