Mutmacher

Liebe Besucher unserer Homepage,

mal wieder sind wir aufgefordert, in den nächsten Wochen unsere persönlichen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die steigenden Infektionszahlen zu unterbrechen. Das heißt für viele, allein zu Hause zu sein, ohne einenGesprächspartner. Das auszuhalten kostet Kraft. Bringen wir diese Kraft auf in dem Wissen, dass wir uns damit selbst und andere schützen. 

Mitglieder des Pastoralteams, so ist es momentan geplant, möchten zweimal in der Woche einen positiven Gedanken, einen Mut machenden Tex, ein Bild oder ein kurzes Video im MUTMACHER veröffentlichen, um Ihnen in der dunklen Jahreszeit positive Gedanken zu eröffnen. Wir alle stehen vor der Herausforderung, die kommenden Wochen positiv zu meistern. 

Hoffen wir darauf, dass Gott uns dazu seine Kraft und seinen Segen schenkt!

Ihr Pfarrer
Elmar Quante

 


Mutmacher vom 02.07.2021:

Gedanken zum Evangelium des
14. Sonntages Markus 6,1b-6

Heimat, Verwandte und Familie…
sind für viele Menschen Worte, die mit kostbaren Erfahrungen von Liebe und Nähe, Anerkennung und Dankbarkeit, gefüllt sind.

Heimat, Verwandte und Familie…
sind für viele Menschen Worte, die mit schrecklichen Erfahrungen von Gewalt und Distanz, Ablehnung und Wut, gefüllt sind.

Heimat, Verwandte und Familie…
sind drei Worte des Sonntagsevangeliums, die von Menschen sprechen,
die Dich sehen ohne Ansehen,
die Dich hören ohne Zuhören,
die Dich kennen ohne Erkennen.

Es ist ein Skandal, dass Gott ein Mensch geworden ist – so wie Du ein Mensch bist.
Es ist bedingungslose Liebe, dass Gott sich klein macht vor Dir. 
Es ist ein Geschenk, wenn Du es siehst, hörst, erkennst und glaubst. 

Dann wird der Lebensort zur Heimat. 
Dann wird die Gemeinschaft zu Verwandten. 
Dann werden die Glaubenden zur Familie.  

Mit herzlichen Grüßen!
Pastor Dirk Salzmann


Mutmacher vom 29.06.2021:

Ich bin die Freiheit

Ich bin der Weg,
hast du gesagt.
Ich bin die Wahrheit.
Ich bin das Leben.
 
Ich bin die Freiheit,
hast du nicht gesagt.
Du hast es gelebt
Und bewiesen.
 
Du hast als freier Mensch gelebt,
Christus –
Frei von aller Angst
Und frei für deinen Gott.
 
Du hast zur Freiheit ermutigt,
Christus –
Du ließest frei kommen
Und frei gehen.
 
Du hast die Freiheit geschenkt,
Christus –
Dein Wort und dein Tun
Lassen reden und handeln.
 
Zur Freiheit geboren,
von dir.
 
Zur Freiheit befreit –
Frei für dich.
 
Marie-Luise Langwald
(Freiheit, Schwabenverlag 2020)


Mutmacher vom 25.06.2021:

Liebe Christ*innen in Gütersloh, 

für die Sommerferien wünsche ich Euch und  Ihnen ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Durchatmen und Verschnaufen,
zum Ausruhen und Kräfte sammeln und die Erfahrung, vor allem Tun und Leisten Gottes geliebtes Kind zu sein.

Eine gute Zeit wünscht 

Michaele Reith
Gemeindereferentin im pastoralen Raum Gütersloh

 

Ein Gebet zum Durchatmen

Gott, in dieser Zeit gibt es vieles,
das ich nicht durchschaue.
Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe.
 
Wenn ich mich ohnmächtig fühle,
will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen,
dass ich nicht das Ganze bewältigen muss,
sondern das tun kann, was mein Part ist.
 
Wenn ich verunsichert bin,
will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen,
dass ich nicht alleine bin
und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist.
 
Wenn ich Angst habe,
will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen,
dass ich nicht aus Gottes Nähe herausfalle,
sondern dass Gottes Geist mir nahe ist.
 
Was ich weiß, ist:
Mein Leben, meine Liebe reichen so viel weiter als das,
was ich leisten oder tun kann.
 
Was ich sehen kann, ist:
Nach jedem Winter kommt der Frühling
und neues Leben wächst aus dem kalten Erdboden.
Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt Liebe einflößen,
die sie so dringend braucht.
 
Rev. Dr. Hannah Adams Ingram


Mutmacher vom 23.06.2021:

Ich bin

Ich bin groß, weißhäutig, braunhaarig. Ich bin, was ich bin.

Ich bin musikalisch, selbstkritisch, menschenfreundlich. Ich bin, was ich bin.

Ich bin frech, ruhig, glücklich. Ich bin, was ich bin.

Ich bin geliebt, beschützt, aufgehoben. Ich bin, was ich bin.

Ich bin schnelllebig, vielschichtig, weltmännisch. Ich bin, was ich bin.

Ich bin nicht so wie du, nicht so, wie ich sein soll. Nicht so, wie mich andere gerne hätten. Ich bin, was ich bin.

Ich bin von Gott beschützt, von Gott begleitet, von Gott geliebt. Ich bin, was ich bin, und Gott hilft mir dabei.

aus Pray! Das Jugendgebetbuch


Mutmacher vom 18.06.2021:

„noch“

Noch engagieren sich Menschen in unseren Pfarreien und Gemeinden… noch gibt es viele hauptberufliche und hauptamtliche Frauen und Männer im Dienst der Kirche… noch haben wir finanzielle Mittel, um unsere Gebäude und Aktivitäten zu finanzieren… noch… noch… noch. Wir gebrauchen gerne das Wörtchen „noch“, wenn wir den Weg in eine ungewisse Zukunft beschreiben. Verlustängste und die Angst vor Veränderungen machen sich breit und lähmen unser Denken und Handeln. Geht es auch anders? 
Im Evangelium des kommenden Sonntages hören wir sogar das Wörtchen „noch“ aus dem Munde Jesu! Jedoch hört es sich anders an. „Habt ihr noch keinen Glauben?“, fragt Jesus seine Jünger. Mit dieser Frage öffnet er den Raum für Wachstum, einer zuversichtlichen Veränderung, die Stärkung bedeutet. Auf Jesus zu schauen, ihn zu hören und von ihm zu lernen, bedeutet unsere Sprache zu bedenken. Noch habe ich den nächsten Schritt nicht gefunden… noch bereiten wir uns auf große Veränderungen vor… noch lerne ich mit der neuen Situation umzugehen… also die Möglichkeit des Wachstums zulassen und einzubeziehen. Die Jünger hatten Angst um ihr Leben, als der Sturm auf dem See tobte und das kleine Boot zu sinken drohte. Jesus geht auf ihre Angst ein und spricht sie an. Jesus ermutigt zum Glauben, der wachsen kann. Erst als sich die Sicht der Jünger ändert, nämlich vom bedrohlichen Sturm auf die Möglichkeit im Vertrauen und Glauben zu wachsen, da glätten sich die Wogen und der Sturm legt sich. 

Ihr Pastor Dirk Salzmann    

 


Mutmacher vom 11.06.2021:

Heiligstes Herz Jesu

Das Herz Jesu ist ein verwundetes Herz. Ein Kind sagte einmal mit Blick auf ein Wandkreuz in einer Wohnung: „Der Gott blutet ja!“ Mit unseren eigenen Wunden teilen wir eine Erfahrung Gottes selbst, der sich in Jesus verwunden ließ. Wir sind durch unsere Wunden nicht von Gott getrennt, sondern mit ihm geeint. Wir finden einen Trost – Ort im verwundeten und geöffneten Herzen Jesu, wie es in einem Lied heißt: „O Jesu mein, die heiligen Wunden dein mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele.“ Der Mensch verliert seine Würde vor Gott auch im Leiden nicht – wie der Sohn vor dem Vater seine Würde nicht verliert. Wenn wir Wunden als Zeichen der Würde entdecken, werden wir sie als Einfallstor des göttlichen Erbarmens sehen lernen. Wenn wir die Wunden als Kennzeichen unseres Lebens verdrängen, behindern wir Entwicklung, Neuwerdung, Wandlung.
Laacher Messbuch 2021, Lesejahr B, S. 610


Mutmacher vom 02.06.2021:

Du bist heilig

Du bist heilig, Herr, unser Gott. 
Du bist der alleinige Gott, 
der Eine, der Wundertaten vollbringt. 
Du bist der Starke, Du bist der Große, 
Du bist der Höchste, 
Du bist allmächtig, Du bist heilig,
der Vater und König des Himmels und der Erde. 
Du bist der Dreifaltige und der Eine, Gott der Herr. 
Du bist der Gute, das höchste Gut, 
der lebendige und wahre Gott. 
Du bist die Güte, die Liebe, Du bist die Weisheit. 
Du bist die Demut, Du bist die Geduld. 
Du bist die Geborgenheit, die Ruhe, 
die Fröhlichkeit und die Freude. 
Du bist die Gerechtigkeit und das Maß. 
Du bist aller Reichtum. 
Du bist unser Glaube, unsere Hoffnung und unsere Liebe. 
Du bist die unendliche Güte, 
großer und wunderbarer Herr. 

Von Franziskus von Assisi 

 


Mutmacher vom 28.05.2021:

Ich glaube an dich, Heiliger Geist!

 
Ich glaube,
dass du meine Vorurteile abbauen kannst.
 
Ich glaube,
dass du meine Gewohnheiten ändern kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir Fantasie zur Liebe geben kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir Mut für das Gute geben kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir Warnung vor dem Bösen geben kannst.
 
Ich glaube,
dass du meine Traurigkeit besiegen kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir Liebe zu Gottes Wort geben kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir meine Minderwertigkeitsgefühle nehmen kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir Kraft in meinem Leben geben kannst.
 
Ich glaube,
dass du mein Wesen durchdringen kannst.
 
Ich glaube,
dass du mir eine Schwester/einen Bruder an die Seiter geben kannst.
 
Ich glaube an dich, Heiliger Geist.


(aus: Moser/Rimmele/Lüdemann: „Mich firmen lassen – Firmbuch“, Freiburg 2001)
 


Mutmacher vom 23.05.2021:

 

Der Löwenzahn ist ein gutes Bild für die Zeit von Ostern bis Pfingsten. Der blühende, gelbe Löwenzahn ist leuchtend wie die Ostersonne. Die Freundinnen und Freunde erleben immer wieder den auferstandenen Jesus. An Christi Himmelfahrt geht Jesus zu seinem Vater, verspricht ihnen aber seinen Beistand. Zehn Tage sind sie im Haus in Jerusalem versammelt und beten um das Kommen des Heiligen Geistes – wie der verblühte Löwenzahn sich schließt und wartet, bis die Zeit gekommen ist, sich wieder als Pusteblume zu öffnen. Wenn dann ein Windstoß kommt, fliegen die kleinen Samen hinaus in die ganze Welt. So haben auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu durch den Heiligen Geist den Mut und die Kraft bekommen, hinaus in die Welt zu den anderen Menschen zu gehen und ihnen von Jesus zu erzählen. Das war die Geburtsstunde der Kirche.

 

Ich wünsche Euch und Ihnen allen einen fröhlichen Kirchengeburtstag, frohe Pfingsten und viel Mut und Kraft, von der frohen Botschaft Jesu Christi zu erzählen. 

Michaele Reith


Mutmacher vom 19.05.2021:

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Mitmenschen,
 
die Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind in der Tradition der Kirche eine Zeit des Gebetes. Die Unsicherheit zwischen Jesu Abschied und seiner Zusage den Heiligen Geist zu senden führt die Jüngerinnen und Jünger in eine Anspannung zwischen Verlassenheit und zuversichtlicher Erwartung. Die Situation damals und unsere heutige Wirklichkeit kann ich gut in Verbindung bringen. Es gibt einen Unterschied zu damals, weil wir schon heute glauben und wahrnehmen können, was wir am Pfingstfest feiern: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unseren Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Halleluja.
Eine geisterfüllte Zeit!
Pastor Dirk Salzmann
 
Hier geht es zum Mutmacher:
 
https://youtu.be/3OW648CDFCY  
 
Mit freundlichen Grüßen
Pastor D. Salzmann

 


Mutmacher vom 14.05.2021:

Mal sehen…

Das wollen wir doch mal sehen 
ob der Tod wirklich das letzte Wort 
das letzte Hemd keine Taschen hat 
ob mehr übrig bleibt 
als nur Staub 
das wollen wir doch mal sehen 
ob Ostern nicht nur 
auf dem Kalender stattfindet 
ob kein Gedanke umsonst gedacht 
keine Tat umsonst vollbracht 
keine Träne umsonst geweint 
das wollen wir doch mal sehen 
ob die Letzten die Ersten sein werden 
ob alles gut wird 
ob dann 
wenn sich meine äußeren Sinne schließen 
die Inneren aufgehen 
also 
ich will das sehen 
wirklich sehen 
am liebsten 
mit meinem eigenen Herzen. 

Von Sabine Heuser 


Mutmacher vom 12.05.2021:

Gott Raum geben

Mit den Worten von Andrea Schwarz, die mir vor einiger Zeit zugesandt wurden, wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit! 
Pastor Dirk Salzmann


Gott Raum geben

Orte gestalten
an denen man 
mit Gott ist,
an denen man
vor Gott sein kann,
um Ihm zu danken,
Ihn zu loben
sich ihm zu geben
als Antwort auf sein „Ja“.

Gott und Mensch
du und ich
ein heiliger Ort,
eine heilige Zeit, 
um nicht unterzugehen
in den Banalitäten des Alltags,
die Träume nicht zu verraten,
der Sehnsucht Raum zu geben,
den Horizont zu erweitern
und das Leben zu vertiefen.

Um zu leben,
hier und jetzt
als Mensch
vor Gott
im heiligen Raum,
in heiliger Zeit.

Andrea Schwarz

aus: Du Gott des Weges segne uns - Gebete und Meditationen.
Herder-Verlag  ISBN 978-3-451-32099-6

 

 


Mutmacher vom 07.05.2021:

Gebet für den Planet

Hier ist mein Gebet an diesen Planet,
der Versuch zu beschreiben, was mir nahegeht,
solang sich diese Welt noch dreht,
werdet ihr meine Stimme hören
und immer wieder Menschen treffen,
die auf das Leben schwören.
Wir alle beten für diesen Planeten,
um jedem neuen Tag in Hoffnung zu begegnen.
Thomas D., Gebet an den Planet
 
Du lässt Quellen entspringen und zu Bächen werden;
zwischen den Bergen suchen sie ihren Weg.
Sie dienen den wilden Tieren als Tränke,
Wildesel löschen dort ihren Durst.
An den Ufern bauen die Vögel ihre Nester,
aus dichtem Laub ertönt ihr Gesang.
Vom Himmel schickst du den Regen auf die Berge
und gibst der Erde reichlich zu trinken.
Du lässt das Gras sprießen für das Vieh
und lässt die Pflanzen wachsen,
die der Mensch für sich anbaut,
damit die Erde ihm Nahrung gibt:
Der Wein macht ihn froh,
das Öl macht ihn schön,
das Brot macht ihn stark.
Auch die großen Bäume trinken sich satt,
die Libanonzedern, die du gepflanzt hast.
In ihren Zweigen nisten die Vögel,
hoch in den Wipfeln hausen die Störche.
Den Steinböcken gehören die hohen Berge,
in den Felsen finden die Klippdachse Zuflucht.
Du hast den Mond gemacht,
um die Zeit zu teilen;
die Sonne weiß, wann sie untergehen muss.
Herr, was für Wunder hast du vollbracht!
Alles hast du weise geordnet;
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen

Psalm 104, 10-19.24


Mutmacher vom 05.05.2021:

Wo es hinführt

Je leiser ich wurde, desto lauter wurde das Leben in mir.

Ich habe nichts produziert –

und fühlte mich lebendiger als je zuvor.

Es war, als würde ich jetzt anfangen,

die verschiedenen Puzzleteile meines Lebens einzusammeln,

um sie anschließend in aller Ruhe neu zusammenzusetzen.

Und bei jedem Schritt,

den ich ging,

fand ich ein weiteres Stück.

aus frau und mutter Nr. 07.08 I 20 Zeitschrift der kfd

 


Mutmacher vom 29.04.2021:

„Gottes Großzügigkeit“

Gott ist ein großzügiger Geber. Wir können Gottes Großzügigkeit aber nur erkennen und genießen, wenn wir ihn aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit all unseren Kräften lieben.
Solange wir sagen: „Lieber Gott, ich will dich ja lieben, aber zeig mir zuerst, wie großzügig du bist“, werden wir Gott fernbleiben und nicht erfahren können, was Gott uns wirklich geben möchte: Leben, Leben im Überfluss.

Henri Nouwen in: Ludger Hohn Morisch (Hrsg); Für jeden Tag ein gutes Wort.
Herderverlag Freiburg - Basel – Wien 2005.

Liebe Besucher unserer Homepage,

als österliche Menschen ist uns eine gute Zukunft in der Liebe Gottes eröffnet worden. Wagen wir es IHN zu lieben und er wird uns mit seiner bedingungslosen Liebe begegnen und reich beschenken.
Lassen wir uns auf das Abenteuer des Glaubens ein.

Ihr Pfarrer Elmar Quante


Mutmacher vom 20.04.2021:

BIS WIR ALLE EINS SEIN WERDEN

Der heutige Mutmacher stammt von Chiara Lubich. Mitten in den schrecklichen Zerstörungen und Tötungen des zweiten Weltkrieges entdeckte sie mit einigen Freundinnen die Kraft und Wahrheit des Wortes Gottes. Sie lasen das Johannesevangelium und Jesu Gebet um die Einheit berührte die italienischen Frauen so intensiv, dass sie für die Einheit der Menschen ihr Leben einsetzen wollten und es auch getan haben. Der folgende Text bringt den Weg zur Einheit in das Bild der Sonne. Ein gemeinsamer und individueller Weg. Die Orientierung ist der Wille Gottes, der hier nicht weiter beschrieben wird. Ich übersetze den Willen Gottes gerne mit „Sehnsucht“ Gottes. Es ist die Sehnsucht Gottes nach den Menschen und ihrem gelingenden Leben. Der Wille kann auch mit Liebe übersetzt werden, weil Gott will, dass du bist.

Genug der Vorrede! Es folgt der Text:    

„Nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Setze alle Kraft daran, in Seinem Willen zu bleiben und dass Sein Wille in dir bleibe. Wenn der Wille Gottes auf der Erde geschieht wie im Himmel, dann hat das Vermächtnis Jesu seine Erfüllung gefunden. 
Betrachte die Sonne und ihre Strahlen. Die Sonne ist Symbol des göttlichen Willens, 
der Gott selbst ist. Die Strahlen sind dieser göttliche Wille über einem jeden.

Geh zur Sonne in dem Licht deines Strahls, der ver­schieden ist und unterschieden von allen anderen, und erfülle den wunderbaren, besonderen Auftrag, den Gott für dich hat.

Unendliche Zahl von Strahlen, alle aus derselben Sonne... ein einziger Wille, doch einmalig über einem jeden. Je mehr sich die Strahlen der Sonne nähern, desto mehr nähern sie sich untereinander. Auch wir, je mehr wir uns Gott nähern mit der immer vollkom­meneren Erfüllung des Willens Gottes, umso mehr nähern wir uns untereinander. 
Bis wir alle eins sein werden.“

aus: Bis wir alle eins sein werden; Chiara Lubich; Verlag Neue Stadt 1990, 14. Aufl.

Mit herzlichen Grüßen, 

Ihr Pastor Salzmann

 


Mutmacher vom 16.04.2021:

„Ein Jahr geht noch…“

Heute möchte ich Pater Reinhard Körner den Mutmacher schreiben lassen. Er ist Karmelit und Leiter des Exerzitienhauses am Karmelitenkloster in Birkenwerder bei Berlin. Sein geistliches Büchlein mit dem Titel „Lose Blätter, zugeweht“ kann ich Ihnen empfehlen und habe es als Quelle angegeben. 

„Ein Jahr geht noch…“

Ein Jahr geht noch… Schon oft ist mir dieses Wort wieder eingefallen. Es hat sich damals, als ich es hörte, in mir eingenistet und kehrt dann und wann, meist in der Stille vor Gott, als weisende Wahrheit in mein Bewusstsein zurück. Nicht dass ich es wortwörtlich nehmen und mir ein Jahr lang keine Gedanken mehr machen würde, aber mir ist dann, als wolle mich Gott fragen: „Willst du mich nicht auch mal mitplanen lassen?“ 
Es bewahrt mich vor zu schnellen Entscheidungen und regt mich an, die Augen offen zu halten, ob Gott nicht vielleicht Wege zeigt, an die ich bisher noch nicht gedacht habe.

Wir Menschen – auch ich – neigen dazu, alles selbst zu planen, in der Regel nach rein rationellen und pragmatischen Gesichtspunkten. Im persönlichen und familiären wie im gesellschaftlichen Leben ist das so. Auch in der Kirche. Nicht aber im „Reich Gottes“. Wo Gott „mitplanen“ darf, geschieht oft Erstaunliches – und das ist, weiß Gott, nicht allein nur meine Erfahrung.

Ein Jahr geht noch… Wenn mir dieses Wort in den Sinn kommt, erinnert es mich auch an das Gleichnis Jesu vom Feigenbaum, der schon drei Jahre lang keine Früchte trug. „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen“, heißt es dort; „ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen“ (Lk 13,6-9). „Umhauen“, sagt mir dann Jesus, kannst du ihn ja immer noch; aber trau Gott – und trau dem „Feigenbaum“, was oder wer immer damit gemeint ist – doch erst einmal zu, dass „Früchte“ möglich sein können, mit denen du gar nicht rechnest. 

aus: Reinhard Körner; Lose Blätter, zugeweht – Wie Weisheit zu uns sprechen kann; St. Benno Verlag, S. 79/80; ISBN 978-3-7462-5855-3

Mit österlichen Grüßen

Pastor Dirk Salzmann

 

 


Mutmacher vom 14.04.2021:

Das Beste kommt noch

Da will eine Frau mit einer Gabel beerdigt werden. Diesen Wunsch teilt sie dem Pfarrer mit. Sie stirbt, wird mit der Gabel aufgebahrt. Warum das, fragen die Leute. Der Pfarrer: „Wenn der Hauptgang durch ist, wird alles abgeräumt – nur eine kleine Gabel bleibt liegen für den Nachtisch. Denn das Beste kommt noch. Ja, das Beste kommt noch, wenn das große Fest beginnt…“

Erinnerung an eine Grabrede

 

Liebe Schwestern und Brüder,
die Begebenheit mag zum Schmunzeln anregen. Aber sie bringt die Botschaft von Ostern auf den Punkt. Unser Glaube möchte uns nicht auf das Jenseits des Todes vertrösten, sondern uns vielmehr als Menschen handeln lassen, die von der Botschaft geprägt, ihr Leben positiv gestalten. Mit der österlichen Hoffnung ausgestattet, wird es uns möglich sein, die Corona-Pandemie zu meistern, denn das Beste kommt noch.

Frohe Grüße

Ihr Pfarrer Elmar Quante

 


Mutmacher vom 07.04.2021:

Nicht hinfallen

Nicht hinfallen
Ich habe einmal den Satz gehört: Freu dich, dass Du gestolpert bist, Du hast es 
geschafft, nicht hinzufallen.
Mit unseren Ecken und Kanten stolpern wir durchs Leben. Aber mit Gott an unserer 
Seite kommen wir nicht zu Fall. Seit Ostern weiß ich:
Gott,
Du bist das Licht, wenn mir schwarz vor Augen wird.
Du bist für mich der Freund, wenn ich mich einsam und verloren fühle.
Du bist für mich heilende Medizin, wenn ich ausgebrannt bin.
Du bist für mich der Ausweg, wenn ich in eine Sackgasse gerate.
Du bist für mich Nahrung, wenn meine Seele zu verhungern droht.
Du bist für mich Lebensretter, wenn ich am Ende bin.

Du bist..

Was ist  ER  für Sie?

Eine schöne Osterwoche wünscht Ihnen

Rüdiger Helldörfer
KH-Pfarrer

 


Mutmacher vom 03.04.2021:

Eine Betrachtung zu Genesis 8,6-12: Mythos – nicht passiert, aber wahr

6 Nach vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte,

Es braucht die Zeit, die es braucht. Nicht 14 oder 21 Tage, sondern 40 Tage. Die Zahl 40 hat eine Bedeutung und steht für die erfüllte Zeit. Bis dahin mussten sich Noach und seine Familie in die Harte Arbeit des aufmerksamen Wartens einüben. Jetzt wird das Fenster geöffnet – vorsichtig, denn ein offenes Fenster bringt Licht und gleichzeitig Staub und Wind.

7 und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war.

Weiterhin gilt es aufmerksam zu warten. Eine begründete Hoffnung zu haben hilft. Hoffnung bedeutet auf das erwartbare Gute zu vertrauen. Hartnäckig und mit einer Hoffnung lässt Noach nicht locker.

8 Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf dem Erdboden abgenommen habe. 9 Die Taube fand nichts, wo sie ihre Füße ruhen lassen konnte, und kehrte zu ihm in die Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er streckte seine Hand aus und nahm sie wieder zu sich in die Arche.

Wieder warten und hoffen und vertrauen. Vermutlich werden Menschen und Tiere in der Arche dünnhäutiger. Die zuversichtliche Stimmung des Anfangs mag verebbt sein. Alle möchten raus an die Luft und festen Boden unter den Füßen spüren. Zurück zur Normalität. Noach bleibt dran. Er vertraut auf das Gute und zieht seine Kraft aus seinem inneren Bild vom zukünftigen Leben.

10 Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube aus der Arche. 11 Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück und siehe: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Ölzweig. Da wusste Noach, dass das Wasser auf der Erde abgenommen hatte.

Die harte Arbeit des aufmerksamen Wartens hat sich gelohnt. Die Taube bringt ein Zeichen des Lebens – einen kleinen grünen Zweig. Es ist ein kleines Zeichen, aber es reicht, um weiter zu warten und zu hoffen. Die Aufmerksamkeit nimmt das Kleine wahr und schätzt es wert.

12 Er wartete noch weitere sieben Tage und ließ die Taube hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.

Die Hoffnung hat sich erfüllt. Endlich Land in Sicht. Ein neues Leben auf der Erde wird wahr. Aber, die Taube kehrt nicht zurück. Hoffnung erfüllt sich mit Verlusten. Es wird anders sein. Erste Ziele müssen korrigiert werden. Wahr bleibt, dass unser Hoffen einen Nährboden braucht, eben gute Gründe. Wahr bleibt, dass aufmerksames Warten eine harte Arbeit ist. Wahr bleibt, dass das neue Leben sich durchsetzt – vielleicht anders, aber Leben ist.

Am Tag der Grabesruhe mit hoffnungsvollem Gruß,

Ihr Pastor D. Salzmann

 


Mutmacher vom 01.04.2021:

Du hast dich an die Menschen ausgeteilt

Am Ende deines öffentlichen Wirkens  
und am Beginn deines Leidens 
hast du, Jesus
mit den Männern und Frauen
die dir nachgefolgt sind 
Mahl gehalten

Du hast Brot und Wein mit ihnen geteilt
so wie du dein ganzes Leben geteilt hast
dich hingegeben hast für die Menschen

Du hast uns gezeigt
dass dein Handeln
Zeichen ist für den Wein des Lebens
dass deine Worte Zeichen sind
für das Brot
das wahres Leben ermöglicht

Du hast dich an die Menschen ausgeteilt
in Brot und Wein
und gesagt: ich bin bei euch

Du wurdest für uns Menschen
Brot und Wein
Leben in Fülle

Helene Renner, Still werden und beten, Kommuniongedanken 
Hrsg. Pastorale Dienste der Diözese St. Pölten, 2016.

Im Abendmahlssaal eröffnet Jesus sein geistliches Testament. Er wäscht den Aposteln als Zeichen des gegenseitigen Dienens die Füße und beruft uns, als Kirche und einzelne vor allem caritativ unterwegs zu sein. Er selbst stärkt uns dazu mit dem Sakrament der Eucharistie das ein Leben in Fülle eröffnet. 

Lassen wir uns ein auf den Weg, der im Abendmahlssaal beginnt und in der Freude des Ostermorgens endet. 

 

 


Mutmacher vom 26.03.2021:

Jesus zieht in Jerusalem ein. Hosianna!

Ein Lied, dass viele kennen und oft am heutigen Palmsonntag gesungen wird.

ER, der Retter und König zieht in die große Stadt Jerusalem. Die Menschen legen ihre besten Stoffe und Gewänder aus, um Jesus den Weg zu bereiten. Sie wedeln IHM mit Palmzweigen zu und jubeln vor Freude. Heute würden wir sagen: Das ist eine Stimmung wie in einem Stadion oder auf einem Festival, wenn ein Star auftritt.

Doch in der aktuellen Zeit scheint es gar nicht so leicht, IHM zuzujubeln, IHM den Weg zu ebnen und IHN wie einen König zu sehen. Vielmehr gibt es Menschen unter uns, die wütend sind, zweifeln oder Angst haben. Menschen, die sich fragen, wie Gott Dinge zulassen kann, die nie passieren sollten.

Den Palmzweig, den wir gesegnet mit in unser Haus nehmen dürfen, kann uns ein Symbol der Zusage Gottes sein. Denn Gott möchte, so wie in Jerusalem, in unsere Herzen hineinziehen. Hineinhören in unsere Sorgen und Ängste. Wir müssen IHM nur den Weg bereiten wollen. So wie die Tore der Stadt Jerusalem geöffnet wurden, müssen wir auch unser Herz IHM öffnen wollen. Dann kann es zu einer inneren Freude werden.

 


Mutmacher vom 24.03.2021:

Du Gott des Lebens
suchst mich
kennst mich
sei mir nahe

Du Gott
hältst mich
umfängst mich 
bleib nahe 

Wohin ich mich auch wende
du bist nahe 

 

Psalm 121 

1 Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? 
2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat. 
3 Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht ein. 
4 Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, der Hüter Israels. 
5 Der HERR ist dein Hüter, der HERR gibt dir Schatten zu deiner Rechten. 
6 Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht. 
7 Der HERR behütet dich vor allem Bösen, er behütet dein Leben. 
8 Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen von nun an bis in Ewigkeit.

Wenn meine Pläne durchkreuzt werden, 
tröste mich. 
Wenn ich nach neuen Wegen suche, 
begleite mich. 
Wenn ich mutlos werde, 
richte mich auf. 
Wenn ich nicht mehr weiterweiß, 
halte mit mir meine Ohnmacht aus. 
Wenn ich meine Hoffnungen begraben habe, 
erwecke mich. 
Du Gott meines Lebens. 

Amen. 

 


Mutmacher vom 21.03.2021:

Prüfung

Du prüfst mich.
Tag für Tag.
Mal leicht, mal schwer.
Doch weiß ich nie,
ob ich besteh?

Du trägst mich.
Tag für Tag.
Mal bin ich leicht, mal schwer.
Doch weiß ich nie,
bin ich es wert?

Du liebst mich.
Tag für Tag.
Es ist mal leicht, mal schwer.
Das weiß ichwohl.
Und deshalb dank ich dir. 

(Cassandra Steiner)

 


Mutmacher vom 26.02.2021:

So dicht beieinander

So dicht beieinander
Forderung und Überforderung
Tun und Nichts geht mehr
für jeden von uns

So Not-wendend
von der Anspannung zur Ruhe
von der Leistung zur Besinnung
für jeden von uns

So gelebt
als Zeit der Einkehr und Umkehr
als Zeit der Konzentration und Kontemplation
für jeden von uns

So Geschenk
Gottes an uns –
Fastenzeit
für jeden von uns

Bernhard Rathmer

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das sonnige Wetter der vergangenen Tage hat uns bei aller Sorge um Covid-19 und die eigene Gesundheit Momente der Entspannung und des Durchatmens bereitet. Die geduldig Wartenden vor den Eisdielen sind vielleicht ein Sinnbild für die momentane Zeit. Die Corona-Pandemie ist weiter dabei, uns zu entschleunigen.
Uns zu entschleunigen versucht auch jedes Jahr die österliche Bußzeit. Sie möchte uns bei aller berechtigten Sorge Momente der Stille, der Reflexion und der Entspannung bereiten, wie die letzten Sonnentage. 
Nutzen wir die Wochen der Fastenzeit, um uns neu – bei aller von außen gewirkter Entschleunigung – von Gott entschleunigen zu lassen. Nutzen wir diese Zeit als eine Zeit der Neuausrichtung des Lebens.

Ihr Pfarrer
Elmar Quante

 


Mutmacher vom 24.02.2021:

Freundschaft

Rainer Werner Fassbinder ist der Regisseur des Films „Ein Jahr mit dreizehn Monden“.
In diesem Film ist jemand im Traum auf einen Friedhof.
Mit großer Verwunderung schaut er sich die Lebensdaten der Verstorbenen an.
Da steht zum Beispiel auf verschiedenen Grabsteinen:
Dezember 1996 bis Mai 1999
Juli 2015 bis Februar 2018
Oktober 2016 bis August 2019
Niemand scheint länger als drei Jahre gelebt zu haben.

Uralt dagegen ist der Friedhofsgärtner.
Und so fragt der Besucher den Friedhofsgärtner, wie es sein könne, dass er so alt sei,
während alle, die dort begraben sind, so jung gestorben seien.
„Das ist ein Irrtum“, antwortet der Gärtner. „Die Daten auf den Grabsteinen geben nicht
die Lebensjahre an, sondern die Zeitspanne, in der die Verstorbenen einen wirklichen
Freund gehabt haben.“

Diese Szene möchte uns sagen:
In der Zeit, in der ich wirklich gute Freunde gehabt habe, in der Zeit habe ich wirklich 
gelebt! Echte Freunde machen das Leben lebenswert.

Ich wünsche Ihnen, dass sie in diesem Sinne viel Lebenswertes erfahren!

Rüdiger Helldörfer
-KH-Pfarrer-

 


Mutmacher vom 19.02.2021:

Eine kleine Selbsterforschung 

Auf welchen Beinen stehst du? 

In wessen Spuren gehst du?

Mit welchen Augen siehst du?

In welchen Büchern liest du?

Mit welchem Segen lebst du?

An welchen Plänen webst du?

An welchen Orten verweilst du?

Und wessen Leben teilst du? 

 

Nach Klaus Nagorni

 

 

 


Mutmacher vom 17.02.2021:

„Ich könnte aus der Haut fahren!“ 

Sind wir wütend, kommt dieser Satz aus tiefster Seele. Und er wirkt entlarvend. Entlarvend, das Wort verrät es schon. Wie die Larve tragen auch wir eine „Haut“, aus der wir manchmal herauswollen. Die zu eng ist oder zu labberig. Darunter steckt der wahre Kern, dahinter verbergen sich meine persönlichen Gefühle. Manchmal zeige ich sie, dann bin ich echt. Manchmal verberge ich sie, dann bin ich mir und anderen fremd. Will ich aus meiner Haut heraus? Will ich der Mensch sein, den Gott gewollt hat? 

In den 40 Tagen der Fastenzeit, die mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt, lädt Gott uns ein, zu schauen, wer wir wirklich sind. 

  • Ich möchte gern aus meiner Haut. Dem Zorn die Bahn frei überlassen, wenn mir danach zumute ist, und mir dann sagen: So ist es gut – Gott gab dir auch die Wut. 
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und Raum und Zeit anfüllen mit zärtlichen Gefühlen, wenn mich danach verlangt und wenn mein Herz es will. 
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und schwach sein und verletzlich, empfänglich für den leisen Ton.
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und ohne Angst und ohne Not drauflosgehen, wenn ich mich stark fühle, der Schwachen zum Recht verhelfen, der Gegnerin in das Auge sehen und sagen: Halt, so nicht! 
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und machen, was ich will, was mir wichtig erscheint, und niemand fragen darf: Darf ich das? Stattdessen frei und ohne Scham mir sagen: Halt es aus! Ich bin so und nicht anders! 

 

Gott, 

die dich geschaffen, 
sie soll helfen,
die Maske abzulegen,
sie soll locken
heraus aus fremder Haut, 
damit sichtbar jener Mensch, 
den sie gewollt
und der so schön – 
seit Ewigkeit. 

Amen. 

 

nach einer Vorlage von
Herbert Jung
aus: Willers-Vellguth (Hg.) 
Fastenzeit und Ostern, Herder 2007

 

 


Mutmacher vom 12.02.2021:

 „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“, so hören wir an diesem Sonntag im Evangelium vom Aussätzigen, der sich so an Jesus wendet. Ein Satz, der mir sofort ins Auge gefallen ist und mich beschäftigt.

Welche Machtzusage und wie sicher sich der Aussätzige doch sein muss, wenn er Jesus anspricht.

Was wäre, wenn Jesus „Nein“ sagen würde?

Wie hätte er wohl dann reagiert? Wie hätten Sie, wie hätte ich an seiner Stelle reagiert?

Hätten Sie und ich uns überhaupt getraut zu fragen?

Ich glaube, wir selbst kennen auch solche Situationen in unserem Leben - Momente und Situationen, in denen wir jemand anderem eine Entscheidung in die Hand legen, die großen Einfluss auf uns und unser Handeln haben kann.

Es gehört ein großes Vertrauen dazu und es braucht Mut diesen Schritt zu wagen.

Selbst dann, wenn es Menschen sind, die wir kennen, vielleicht sogar gut kennen. So verändert es doch unser Leben. Es ebnet vielleicht neue Wege, es zeigt uns auf, den aktuellen Weg zu verlassen oder die getroffene Entscheidung stärkt uns bei dem, was wir tun.

Ich wünsche Ihnen für den Start in das kommende Wochenende dieses Gottvertrauen, dass Sie die Entscheidung IHM überlassen. Auch wenn es heißen könnte, den Blick neu/anders auszurichten. 

Sicher ist, ER wird Sie stärken und (unter-)stützen und ER wird sagen: „Ja, ich will!“

Ihr Gemeindeassistent

Andreas Junker

 


Mutmacher vom 10.02.2021:

Abendsegen

Behüte, Herr, die ich dir anbefehle,
die mir verbunden sind und mir verwandt.
Erhalte sie gesund an Leib und Seele
Und führe sie an deiner guten Hand,

sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken
und die mir so viel Gutes schon getan.
In Liebe will ich dankbar an sie denken,
o Herr, nimm dich in Güte ihrer an.

Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen,
und möchte ihm helfen, doch ich kann es nicht.
Ich wünschte nur, er wär bei dir geborgen
und fände aus dem Dunkel in dein Licht.

Du ließest mir so viele schon begegnen,
so lang ich lebe, seit ich denken kann.
Ich bitte dich, du wollest alle segnen,
sei mir und ihnen immer zugetan.

Lothar Zenetti

(aus: Texte der Zuversicht, Pfeiffer, München, 1972)

 


Mutmacher vom 05.02.2021: 

Hl. Agatha – Verzicht einen Sinn geben

Sollten Sie Langeweile erfahren, sei es täglich oder dann und wann, ist das eine Möglichkeit der Neuorientierung. Langeweile – meist verpönt – ist die Zeit einer Überprüfung des Bisherigen und die Frage nach dem Anderem.

Ich entdecke in dieser Zeit das Kirchenjahr mit seinen Festen und Gedenktagen der Heiligen auf erfrischte Art und Weise, weil es Struktur und Abwechslung bereit hält. Aus diesem Grund am Gedenktag der Hl. Agatha ein Gedanke zu Verzicht und Geduld.

 

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Mutmacher vom 29.01.2021:

Meditation mit Händen

Meine Hände --- sie kommen zur Ruhe …Sie liegen ineinander – öffnen sich – wie eine Schale – bereit zu empfangen….
Betrachte deine Hände, forme sie zur Schale und schau auf sie….
Was siehst du jetzt?
Es sind deine Hände … meistens sehen wir sie von der anderen Seite… jetzt sind sie geöffnet….
Du siehst Handlinien, die Falten …. die Finger….du siehst Spuren der Arbeit – Hornhaut, Tinte, Kugelschreiber… du siehst Spuren des Lebens – Narben, kleine Wunden… 
Du siehst Ringe, die erinnern oder verbinden, die Ringe leuchten, sie glänzen, sie schmücken deine Hände…
Deine Hände können viel von dir erzählen … Hände können uns viel von Menschen erzählen…
Deine Hände geformt zu einer Schale…. bereit zum Empfangen. 
Mit vielen Dingen können meine Hände gefüllt werden…
Was möchtest Du heute empfangen? Wie sollen sich deine Hände füllen?
Gott hat seine Hände im Spiel und steckt sie nicht in die Tasche. Es ist das Spiel der Liebe und des Schenkens. Vertrau nur!

Bleiben Sie behütet!

Pastor Dirk Salzmann

 

 

 


Mutmacher vom 30.12.2020: 

Segen – Guthaben

Dass das Leben gelingt.
Dass mich jemand mag und auf mich setzt.
Dass ich Kraft habe wie ein Tiger.
Dass sich jemand ins Zeug wirft für mich.
Dass ich eine Heimat habe, überall auf der Welt.
Dass ich, wenn ich traurig bin, nicht allein bin.
Dass ich immer wieder neu anfangen kann.
Dass ich hoffen darf - und losgehe.
Bei Gott garantiert.

Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse leuchten sein
Angesicht über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein
Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Aus: Susanne Niemeyer / Matthias Lemme, 
Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt. 
Kreuz Verlag, Freiburg im Breisgau 2013.

 

Wünschen wir uns gegenseitig für das Jahr 2021, dass wir immer mit Menschen unterwegs sind, die Mut zusprechen, uns Heimat geben in der Traurigkeit und aus der Liebe und dem Segen Gottes leben.

Ihr Pfarrer Elmar Quante


Mutmacher vom 29.12.2020: 

Gerne hätten wir mit vielen Familien am 24.12 einen Stationsgottesdienst gefeiert. 
Vieles wurde dafür vorbereitet. Etwas möchten wir gerne allen mitgeben, denn Weihnachten fällt nicht aus. 
Für den Familiengottesdienstkreis und das Kinderkirchenteam Christ-König wünscht gesegnete Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2021,
 

Michaele Reith

zum Krippenspiel Kinderkirche Christ-König (Video)

 


Mutmacher vom 22.12.2020: 

Leere…?

„Die Leere hinhalten. Die Stille durchdringen. Und dabei erahnen, dass Gott sich schon längst hineingehalten hat in die Peripherien dieser Welt, vorgedrungen ist in die Herzkammer einer erlösungsbedürftigen Menschheit. Leere, die ihn anzieht. Stille, in die hinein Er spricht. Gott kommt an, selbst da, wo niemand mit ihm rechnet.“

Aus der Weihnachtsgrußkarte der Kommende, Dortmund und Akademie, Schwerte
 

 

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Mutmacher vom 17.12.2020: 

Ein chinesisches Sprichwort lautet: 

Willst du eine Stunde lang glücklich sein,
dann mache ein Nickerchen.
Willst du einen Tag lang glücklich sein,
gehe fischen.
Willst du ein Jahr lang glücklich sein,
erbe ein Vermögen.
Doch willst Du ein Leben lang glücklich sein,
dann hilf anderen.

Helfen macht zutiefst glücklich. Das erleben nicht wenige Menschen in dieser Pandemiezeit. Menschen eine große Freude machen, tut unendlich gut. Es ist wie in den Spiegel schauen:
Im frohen Gesicht des anderen erkenne ich meine eigene Freude. Jemandem etwas Gutes tun, lässt doch das eigene Herz höher schlagen. Da kommt das eigentliche Wesen des Menschen zur Geltung. Für uns Christen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Jesus sagt: „Was du für den geringsten Menschen getan hast, das hast du für mich getan.“ Im Gesicht des anderen kann ich tatsächlich das Gesicht Jesu erkennen.

Ich wünsche Ihnen, sich und andere so glücklich zu machen.

Rüdiger Helldörfer
Krankenhauspfarrer


Mutmacher vom 15.12.2020: 

Vertraut den neuen Wegen 

Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das Gelobte Land. 

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Aus dem Gotteslob Nr. 791 

 


Mutmacher vom 11.12.2020: 

Liebe Gemeindemitglieder im Pastoralen Raum,

seit gestern steht das Friedenslicht wieder in der Krippe in St. Pankratius. Wie in jedem Jahr in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet, weist es uns hin auf den menschgewordenen Gottessohn. Er ist das Licht, dem wir folgen, er ist das Licht, das unseren Lebensweg ausleuchtet. Wir dürfen dieses Licht weitergeben. Gerade jetzt eine besondere Aufgabe, der wir uns stellen sollten.

Ihr Pfarrer Elmar Quante

 

Ansprache einer Kerze

Ihr habt mich angezündet und schaut – ein wenig nachdenklich oder versonnen – in mein Licht. Vielleicht freut ihr euch auch ein bisschen dabei.
Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne. Wenn ich nicht brennen würde, läge ich in einem Karton mit anderen, die auch nicht brennen. In so einem Karton haben wir Kerzen überhaupt keinen Sinn. 

Aber seit ich brenne, bin ich schon ein kleines bisschen kürzer geworden, was auf der einen Seite schade ist, denn ich kann mir ausrechnen, wann ich so kurz bin, dass ich nur noch ein kleines Stümpchen bin.

Aber so ist das; es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich bleibe ganz und unversehrt im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab – aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll. Oder ich gebe Licht und

Wärme, dann weiß ich, wofür ich da bin, dann muss ich aber etwas geben dafür. Etwas von mir selbst. 
So ist das auch bei euch Menschen, genau so. Entweder ihr bleibt für euch, dann passiert euch nichts, dann geht euch nichts ab. Aber dann wisst ihr auch eigentlich nicht so recht, welchen Sinn euer Dasein hat. Dann seid ihr wie die Kerzen im Karton. Oder ihr gebt Licht und Wärme. Dann habt ihr einen Sinn. Dann freuen sich die Menschen, dass es euch gibt. Dann seid ihr nicht vergebens da.
Aber dafür müsst ihr etwas geben, von euch selber, von allem, was in euch lebendig ist: von eurer Freude, eurer Herzlichkeit, von eurer Treue. Auch von eurem Lachen, eurer Traurigkeit, von euren Ängsten, von euren Sehnsüchten, von allem, was in euch lebendig ist.
Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ihr dabei kürzer werdet. Das ist nur äußerlich. Innen werdet ihr immer heller. 

Hans-Albert Höntges, aus: Auszeit für die Seele 2020

 

 


Mutmacher vom 08.12.2020: 

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Das heutige Hochfest trägt einen langen und sperrigen Titel. Er bewirkt eher Widerstand und genau der, lässt mich nicht widerstehen, genauer hinzuschauen.

In meinem Video biete ich einen spirituellen Zugang an, der Mut machen will unser Hochfest zu durchdringen und zu leben.

Mit adventlichen Grüßen!

Pastor Dirk Salzmann

 

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Mutmacher vom 4.12.2020: 

Inzwischen gehört es jeden Freitag schon zum Ritual meine Familienmitglieder um alle ihre in der vergangenen Woche benutzten Masken zu bitten, damit sie den Weg in die Waschmaschine finden. Diese Mund-Nasen-Schutzmasken begleiten uns in diesem Jahr und es ist schon ein Reflex geworden, den andern, wenn er das Haus verlässt zu fragen: „Hast du auch deine Maske dabei, wenn du jetzt zum Bäcker fährst?“ Auch das Abstandhalten ist uns so in Fleisch und Blut übergegangen, dass uns Menschenmengen und schmale Gänge zwischen den Regalen und in den Geschäften irritieren und Fluchttendenzen freisetzen.

Im Advent werden wichtige Abstände kürzer. Der Abstand zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und der Abstand zu Gott, der dir in seinem Sohn von Tag zu Tag näherkommt. Und die Frage, wenn du das Haus verlässt könnte lauten: „Möchtest du heute so unterwegs sein, dass Gottes Sohn dir näherkommt? Und kannst du zulassen, das ER dich ansteckt mit dem besten Leben, mit Solidarität, mit Vergebung, mit Ewigkeit?

(angelehnt an: Adventkalender des BDKJ – Ulrich Klauke) Michaele Reith

 


Mutmacher vom 2.12.2020: 

Besser eine Hand voll und Ruhe, als beide Hände voll und Arbeit und Luftgespinste.“ Kohelet 4,6

Ist es nicht besser, beide Hände voll zu haben, also von Allem genug zu haben, voll im Leben zu stehen, beschäftigt zu sein, sich genug leisten zu können, auf nichts verzichten zu müssen, gefragt zu sein und gebraucht zu werden, als nur eine Hand voll zu haben und folglich eine leer, was dann ja wohl einen Mangel anzeigt? Warum wird im Buch Kohelet jedoch eine Hand voll mit Ruhe verbunden und als besser angesehen als beide Hände voll und mit Arbeit und Luftgespinsten gekoppelt? Ich stelle mir zwei volle Hände vor: Sie können nichts mehr aufnehmen, nichts mehr be- oder ergreifen und können damit für einen Menschen stehen, der ruhelos und voll besetzt ist mit vielen Dingen, Angelegenheiten und anderen Menschen.

Wenn nur eine Hand voll ist, vielleicht mit genau dem, was man wirklich zum Leben braucht, dann ist dementsprechend die andere leer: Sie kann etwas aufnehmen, sich füllen lassen. Sie kann etwas ergreifen und begreifen, was nicht nur mit ihr zu tun hat und etwas Neues berühren. Die leere Hand kann eine andere Hand voll ergreifen und spüren. Somit kann die eine leere Hand als Zeichen dafür stehen, dass ein Mensch Raum für sich bewahrt: Einen inneren Raum, in dem ausgeruht werden kann, in dem der Mensch zu sich selbst kommt und erkennt, wo er Luftgespinsten nachjagt, die sich bei näherer Betrachtung in Nichts auflösen. Ein Raum, der auch anderen Menschen etwas einräumt und erst dadurch eine echte Begegnung ermöglicht. Ruhe wird in der Bibel als Geschenk Gottes angesehen, bedeutet Gemeinschaft mit ihm und seiner friedlichen Ordnung. Ist der Mensch nicht gut beraten, sich an Gottes guten Gaben zu orientieren anstatt Allem nachzurennen, was ihn letztlich um seine Ruhe bringt?

Herzliche Grüße, Ihre Ulrike Koj und Pfr. Mertin

 


Mutmacher vom 27.11.2020: 

Am kommenden Sonntag, dem 1. Advent, beginnt das neue Kirchenjahr. Es beginnt eine Zeit, in der wir nach vorne schauen, uns auf Weihnachten vorbereiten. Vielleicht kann es auch eine Zeit sein, schon einmal zurückzuschauen. Einen ersten Blick darauf zu werfen, was wir hinter uns lassen, was wir auch loslassen können. 
Wir mussten eine Menge loslassen: Gewohnheiten, Haltungen. Corona hat uns durch viele Dinge, die selbstverständlich waren, einen Strich gemacht. 
Loslassen. 
Was lasse ich los von diesem schwierigen Jahr. Und was nehme ich mit? 
Wie gehe ich in den Advent? Und wie will ich dieses Jahr Weihnachten feiern? 

„Eines Tages fällt dir auf,
Dass du 99% nicht brauchst.
Du nimmst all den Ballast
und schmeißt ihn weg,
denn es reist sich besser
mit leichtem Gepäck.“

 Silbermond

 

Auch in diesem Jahr ziehen alle Wege 
vom Morgenland zum Abendland
durch die Wüsten des Lebens 
endlos an Vergänglichkeit vorbei. 
Aber man kann auf ihnen die selige Reise 
der Pilgerschaft zum Absoluten machen, 
die Reise zu Gott. 
Brich auf, mein Herz, und wandere! 
Es leuchtet der Stern, 
viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. 
Und viel geht dir unterwegs verloren. 
Lass es fahren. 
Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, 
Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. 
Er wird es annehmen. 

Karl Rahner 
aus: Schwarz/Stipinovich, Den Stern vor Augen, S. 34

 

 


Mutmacher vom 23.11.2020: 

Königswürde

Jesus Christus ist König. Ein König zeichnet sich dadurch aus, dass er selber herrscht und nicht beherrscht wird. Ein König ist souverän und hat eine innere Freiheit.

In der Taufe hast Du Anteil erhalten am Königtum Jesu. Du bist eine Königin oder ein König – souverän und frei.

Wer Hungernden zu essen gibt, wer Obdachlose aufnimmt, wer Kranke oder Gefangene besucht und Nackte Kleidung gibt, hat gewiss viel Gutes getan. Vor allem wird die Würde des Menschen anerkannt und auch das, zeichnet eine Königin oder einen König aus.

Wer im Geringen nur den Verlierer, im Kleinen nur den Schwachen, im Kranken nur Belastung sieht, befindet sich im höllischen Kampf mit sich selbst.
Wer die Würde des Geringen, des Kleinen oder des Kranken achtet, 
findet zum Leben.

Sei eine Königin oder ein König und lebe in Würde!

 

Gebet:

Komm', o komm', Königtum des Unmöglichen 
Deine Königsmacht komme! 
Komm und lass uns dort eintreten, wo all das, 
was uns als etwas Unmögliches erscheint, zur Möglichkeit wird. 
Lass uns dort eintreten, wo die Möglichkeiten, welche Du uns eröffnest, 
- nachdem wir bereits unsere eigenen völlig aus­geschöpft haben -, 
erst das Mögliche schaffen, damit wir - trotz allem – ausharren
und Dir in unserer so un­möglichen Welt treu bleiben mögen!

aus: Tomás Halík, Nachtgedanken eines Beichtvaters, S. 57

Pastor Dirk Salzmann

 


Mutmacher vom 20.11.2020: 

Auf in die Zukunft!

Die Zukunft hat viele Namen:
Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, 
für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte, 
für die Tapferen ist sie die Chance. 

aus frau und mutter Nr. 09 I 20 Zeitschrift der kfd

 


Mutmacher vom 16.11.2020: 

„Der Herr nimmt viel lieber den guten Willen eines aufrichtigen Herzens als große Taten ohne lautere Absicht.“  
Hl. Gertrud von Helfta

Seit ihrem fünften Lebensjahr lebte Gertrud im Zisterzienserinnenkloster Helfta, wo sie von der Äbtissin Gertrud von Hackeborn (1231 – 1291) eine gute theologische Ausbildung erhielt.
Seit 1281 vertiefte sich ihre Christusverbundenheit durch mystische Erlebnisse, die sie später aufschrieb. Die Schriften enthalten Gedanken über das Geheimnis der Eucharistie und des Herzens Jesu. Ihre Liebe zu Christus fand eine Entsprechung in ihrer Liebe zu den Mitmenschen, denen sie eine geduldige Zuhörerin, Ratgeberin und Trösterin war. 

Aus: Magnificat, Das Stundenbuch, November 2020, S. 191

 

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Mutmacher vom 13.11.2020: 

Menschen, die scheinbar das ganze Wissen ihrer Zeit in sich vereinen, sind manchmal etwas furchteinflößend. Worüber soll man mit einem solchen Menschen sprechen? Jedes Thema beherrscht der andere besser und tiefgründiger. Der hat ja schon alles durchdacht.
So ein Mensch war Albert der Große. Ein Universalgenie des 13. Jahrh., Lehrer des Thomas von Aquin, Professor, Bischof, Konzilsteilnehmer und einiges mehr. Gewiss ein Mensch der seinen Zeitgenossen etwas unheimlich war und alles andere als ein volkstümlicher Heiliger. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber auch solche Menschen braucht die Welt. Menschen die sich durch ihr unabhängiges Denke in den Wirrnissen der Zeit nicht verführen lassen.
Bei all seinem Wissen ist Albertus immer ein gläubiger Christ geblieben. Vernunft und Glauben waren für ihn keine Gegensätze, sondern bedingten einander. Das Ziel des Menschen war für ihn Gott und nicht die Welt. Als Christen sind wir nicht nur in dieser Welt sondern immer schon ein kleines bisschen jenseitig. Das gibt eine große Gelassenheit, die Sorgen in dieser Welt einzuordnen.
Gott ist das Ziel!

Am 15. November ist der Gedenktag Hl. Albert der Grosse

Ihr Vikar Markus Henke

 


Mutmacher vom 10.11.2020: 

Mitternacht.

Mitternacht.
Die Ersten stehen, sitzen liegen schon seit Stunden.
Neue kommen hinzu, mit Decken, Thermoskannen
und Taschenlampen.
Mitternacht.
Und der Schalter öffnet erst um neun Uhr, dann,
wenn die Stadt schon längst erwacht ist.
Sie ist todmüde. Doch die Eintrittskarten für das 
Ereignis sind es ihr wert zu warten – eine ganze Nacht.
Er reicht ihr eine Tasse heißen Tee, –  einer aus der Schlange.
Wie gut der Tee tut.
Wie gut jetzt ein bisschen Schlaf tut.
Als sie erwacht ist es heller Morgen.
Die Schlange hat sich aufgelöst. Aus und vorbei, denkt sie.
Und sie friert.
Doch auf einmal steht er da und sagt:
Ich habe Ihnen zwei Karten zurücklegen lassen.
Zwei Karten – ihr Herz jubelt.

Ich denke – ich hoffe – ich vertraue:
dass Gott ähnlich handelt, wenn ich zu spät kommen sollte.

Vielleicht hilft diese Geschichte in der einen oder anderen Situation!
Das wünscht Ihnen

Rüdiger Helldörfer
-Krankenhauspfarrer

 


Mutmacher vom 06.11.2020: 

Das Heute ist dein Leben


Weißt du, daß das Heute dein Leben ist?
Wenn du das Heute verachtest,
dann verachtest du auch dein Leben.
Lege jeden Augenblick auf die Waagschale,
um herauszufinden, wie kostbar er ist.

Jetzt, in diesem Moment, wirst du geboren,
bekommst du Dasein geschenkt,
wird dir Lebensatem eingeblasen,
jetzt gehen deine Augen auf,
damit sich die ganze Welt dir öffnet,
jetzt wirst du angerufen,
damit du deinen Namen erfährst.

Das Gestern mag wichtig gewesen sein,
klammere dich nicht daran.
Das Vergangene läßt sich nicht mehr
vergegenwärtigen.
Das Morgen mag Großes bringen,
verlaß dich nicht blindlings darauf.
Jetzt ist die Zeit, auf die es ankommt,
horch gut auf das, was sich jetzt begibt:
es ist dein Leben!

(Aus: Otto Betz, Vom Umgang mit der Zeit. Ein Gradmesser unserer Zeit. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2004)