Mutmacher

Liebe Besucher unserer Homepage,

mal wieder sind wir aufgefordert, in den nächsten Wochen unsere persönlichen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die steigenden Infektionszahlen zu unterbrechen. Das heißt für viele, allein zu Hause zu sein, ohne einenGesprächspartner. Das auszuhalten kostet Kraft. Bringen wir diese Kraft auf in dem Wissen, dass wir uns damit selbst und andere schützen. 

Mitglieder des Pastoralteams, so ist es momentan geplant, möchten zweimal in der Woche einen positiven Gedanken, einen Mut machenden Tex, ein Bild oder ein kurzes Video im MUTMACHER veröffentlichen, um Ihnen in der dunklen Jahreszeit positive Gedanken zu eröffnen. Wir alle stehen vor der Herausforderung, die kommenden Wochen positiv zu meistern. 

Hoffen wir darauf, dass Gott uns dazu seine Kraft und seinen Segen schenkt!

Ihr Pfarrer
Elmar Quante

 


Mutmacher vom 26.02.2021:

So dicht beieinander

So dicht beieinander
Forderung und Überforderung
Tun und Nichts geht mehr
für jeden von uns

So Not-wendend
von der Anspannung zur Ruhe
von der Leistung zur Besinnung
für jeden von uns

So gelebt
als Zeit der Einkehr und Umkehr
als Zeit der Konzentration und Kontemplation
für jeden von uns

So Geschenk
Gottes an uns –
Fastenzeit
für jeden von uns

Bernhard Rathmer

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das sonnige Wetter der vergangenen Tage hat uns bei aller Sorge um Covid-19 und die eigene Gesundheit Momente der Entspannung und des Durchatmens bereitet. Die geduldig Wartenden vor den Eisdielen sind vielleicht ein Sinnbild für die momentane Zeit. Die Corona-Pandemie ist weiter dabei, uns zu entschleunigen.
Uns zu entschleunigen versucht auch jedes Jahr die österliche Bußzeit. Sie möchte uns bei aller berechtigten Sorge Momente der Stille, der Reflexion und der Entspannung bereiten, wie die letzten Sonnentage. 
Nutzen wir die Wochen der Fastenzeit, um uns neu – bei aller von außen gewirkter Entschleunigung – von Gott entschleunigen zu lassen. Nutzen wir diese Zeit als eine Zeit der Neuausrichtung des Lebens.

Ihr Pfarrer
Elmar Quante

 


Mutmacher vom 24.02.2021:

Freundschaft

Rainer Werner Fassbinder ist der Regisseur des Films „Ein Jahr mit dreizehn Monden“.
In diesem Film ist jemand im Traum auf einen Friedhof.
Mit großer Verwunderung schaut er sich die Lebensdaten der Verstorbenen an.
Da steht zum Beispiel auf verschiedenen Grabsteinen:
Dezember 1996 bis Mai 1999
Juli 2015 bis Februar 2018
Oktober 2016 bis August 2019
Niemand scheint länger als drei Jahre gelebt zu haben.

Uralt dagegen ist der Friedhofsgärtner.
Und so fragt der Besucher den Friedhofsgärtner, wie es sein könne, dass er so alt sei,
während alle, die dort begraben sind, so jung gestorben seien.
„Das ist ein Irrtum“, antwortet der Gärtner. „Die Daten auf den Grabsteinen geben nicht
die Lebensjahre an, sondern die Zeitspanne, in der die Verstorbenen einen wirklichen
Freund gehabt haben.“

Diese Szene möchte uns sagen:
In der Zeit, in der ich wirklich gute Freunde gehabt habe, in der Zeit habe ich wirklich 
gelebt! Echte Freunde machen das Leben lebenswert.

Ich wünsche Ihnen, dass sie in diesem Sinne viel Lebenswertes erfahren!

Rüdiger Helldörfer
-KH-Pfarrer-

 


Mutmacher vom 19.02.2021:

Eine kleine Selbsterforschung 

Auf welchen Beinen stehst du? 

In wessen Spuren gehst du?

Mit welchen Augen siehst du?

In welchen Büchern liest du?

Mit welchem Segen lebst du?

An welchen Plänen webst du?

An welchen Orten verweilst du?

Und wessen Leben teilst du? 

 

Nach Klaus Nagorni

 

 

 


Mutmacher vom 17.02.2021:

„Ich könnte aus der Haut fahren!“ 

Sind wir wütend, kommt dieser Satz aus tiefster Seele. Und er wirkt entlarvend. Entlarvend, das Wort verrät es schon. Wie die Larve tragen auch wir eine „Haut“, aus der wir manchmal herauswollen. Die zu eng ist oder zu labberig. Darunter steckt der wahre Kern, dahinter verbergen sich meine persönlichen Gefühle. Manchmal zeige ich sie, dann bin ich echt. Manchmal verberge ich sie, dann bin ich mir und anderen fremd. Will ich aus meiner Haut heraus? Will ich der Mensch sein, den Gott gewollt hat? 

In den 40 Tagen der Fastenzeit, die mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt, lädt Gott uns ein, zu schauen, wer wir wirklich sind. 

  • Ich möchte gern aus meiner Haut. Dem Zorn die Bahn frei überlassen, wenn mir danach zumute ist, und mir dann sagen: So ist es gut – Gott gab dir auch die Wut. 
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und Raum und Zeit anfüllen mit zärtlichen Gefühlen, wenn mich danach verlangt und wenn mein Herz es will. 
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und schwach sein und verletzlich, empfänglich für den leisen Ton.
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und ohne Angst und ohne Not drauflosgehen, wenn ich mich stark fühle, der Schwachen zum Recht verhelfen, der Gegnerin in das Auge sehen und sagen: Halt, so nicht! 
  • Ich möchte gern aus meiner Haut und machen, was ich will, was mir wichtig erscheint, und niemand fragen darf: Darf ich das? Stattdessen frei und ohne Scham mir sagen: Halt es aus! Ich bin so und nicht anders! 

 

Gott, 

die dich geschaffen, 
sie soll helfen,
die Maske abzulegen,
sie soll locken
heraus aus fremder Haut, 
damit sichtbar jener Mensch, 
den sie gewollt
und der so schön – 
seit Ewigkeit. 

Amen. 

 

nach einer Vorlage von
Herbert Jung
aus: Willers-Vellguth (Hg.) 
Fastenzeit und Ostern, Herder 2007

 

 


Mutmacher vom 12.02.2021:

 „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“, so hören wir an diesem Sonntag im Evangelium vom Aussätzigen, der sich so an Jesus wendet. Ein Satz, der mir sofort ins Auge gefallen ist und mich beschäftigt.

Welche Machtzusage und wie sicher sich der Aussätzige doch sein muss, wenn er Jesus anspricht.

Was wäre, wenn Jesus „Nein“ sagen würde?

Wie hätte er wohl dann reagiert? Wie hätten Sie, wie hätte ich an seiner Stelle reagiert?

Hätten Sie und ich uns überhaupt getraut zu fragen?

Ich glaube, wir selbst kennen auch solche Situationen in unserem Leben - Momente und Situationen, in denen wir jemand anderem eine Entscheidung in die Hand legen, die großen Einfluss auf uns und unser Handeln haben kann.

Es gehört ein großes Vertrauen dazu und es braucht Mut diesen Schritt zu wagen.

Selbst dann, wenn es Menschen sind, die wir kennen, vielleicht sogar gut kennen. So verändert es doch unser Leben. Es ebnet vielleicht neue Wege, es zeigt uns auf, den aktuellen Weg zu verlassen oder die getroffene Entscheidung stärkt uns bei dem, was wir tun.

Ich wünsche Ihnen für den Start in das kommende Wochenende dieses Gottvertrauen, dass Sie die Entscheidung IHM überlassen. Auch wenn es heißen könnte, den Blick neu/anders auszurichten. 

Sicher ist, ER wird Sie stärken und (unter-)stützen und ER wird sagen: „Ja, ich will!“

Ihr Gemeindeassistent

Andreas Junker

 


Mutmacher vom 10.02.2021:

Abendsegen

Behüte, Herr, die ich dir anbefehle,
die mir verbunden sind und mir verwandt.
Erhalte sie gesund an Leib und Seele
Und führe sie an deiner guten Hand,

sie alle, die mir ihr Vertrauen schenken
und die mir so viel Gutes schon getan.
In Liebe will ich dankbar an sie denken,
o Herr, nimm dich in Güte ihrer an.

Um manchen Menschen mache ich mir Sorgen,
und möchte ihm helfen, doch ich kann es nicht.
Ich wünschte nur, er wär bei dir geborgen
und fände aus dem Dunkel in dein Licht.

Du ließest mir so viele schon begegnen,
so lang ich lebe, seit ich denken kann.
Ich bitte dich, du wollest alle segnen,
sei mir und ihnen immer zugetan.

Lothar Zenetti

(aus: Texte der Zuversicht, Pfeiffer, München, 1972)

 


Mutmacher vom 05.02.2021: 

Hl. Agatha – Verzicht einen Sinn geben

Sollten Sie Langeweile erfahren, sei es täglich oder dann und wann, ist das eine Möglichkeit der Neuorientierung. Langeweile – meist verpönt – ist die Zeit einer Überprüfung des Bisherigen und die Frage nach dem Anderem.

Ich entdecke in dieser Zeit das Kirchenjahr mit seinen Festen und Gedenktagen der Heiligen auf erfrischte Art und Weise, weil es Struktur und Abwechslung bereit hält. Aus diesem Grund am Gedenktag der Hl. Agatha ein Gedanke zu Verzicht und Geduld.

 

Das Video kann nicht angezeigt werden!

Ändern Sie die Cookie-Einstellungen um das Video anzuzeigen


Mutmacher vom 29.01.2021:

Meditation mit Händen

Meine Hände --- sie kommen zur Ruhe …Sie liegen ineinander – öffnen sich – wie eine Schale – bereit zu empfangen….
Betrachte deine Hände, forme sie zur Schale und schau auf sie….
Was siehst du jetzt?
Es sind deine Hände … meistens sehen wir sie von der anderen Seite… jetzt sind sie geöffnet….
Du siehst Handlinien, die Falten …. die Finger….du siehst Spuren der Arbeit – Hornhaut, Tinte, Kugelschreiber… du siehst Spuren des Lebens – Narben, kleine Wunden… 
Du siehst Ringe, die erinnern oder verbinden, die Ringe leuchten, sie glänzen, sie schmücken deine Hände…
Deine Hände können viel von dir erzählen … Hände können uns viel von Menschen erzählen…
Deine Hände geformt zu einer Schale…. bereit zum Empfangen. 
Mit vielen Dingen können meine Hände gefüllt werden…
Was möchtest Du heute empfangen? Wie sollen sich deine Hände füllen?
Gott hat seine Hände im Spiel und steckt sie nicht in die Tasche. Es ist das Spiel der Liebe und des Schenkens. Vertrau nur!

Bleiben Sie behütet!

Pastor Dirk Salzmann

 

 

 


Mutmacher vom 30.12.2020: 

Segen – Guthaben

Dass das Leben gelingt.
Dass mich jemand mag und auf mich setzt.
Dass ich Kraft habe wie ein Tiger.
Dass sich jemand ins Zeug wirft für mich.
Dass ich eine Heimat habe, überall auf der Welt.
Dass ich, wenn ich traurig bin, nicht allein bin.
Dass ich immer wieder neu anfangen kann.
Dass ich hoffen darf - und losgehe.
Bei Gott garantiert.

Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse leuchten sein
Angesicht über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein
Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Aus: Susanne Niemeyer / Matthias Lemme, 
Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt. 
Kreuz Verlag, Freiburg im Breisgau 2013.

 

Wünschen wir uns gegenseitig für das Jahr 2021, dass wir immer mit Menschen unterwegs sind, die Mut zusprechen, uns Heimat geben in der Traurigkeit und aus der Liebe und dem Segen Gottes leben.

Ihr Pfarrer Elmar Quante


Mutmacher vom 29.12.2020: 

Gerne hätten wir mit vielen Familien am 24.12 einen Stationsgottesdienst gefeiert. 
Vieles wurde dafür vorbereitet. Etwas möchten wir gerne allen mitgeben, denn Weihnachten fällt nicht aus. 
Für den Familiengottesdienstkreis und das Kinderkirchenteam Christ-König wünscht gesegnete Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2021,
 

Michaele Reith

zum Krippenspiel Kinderkirche Christ-König (Video)

 


Mutmacher vom 22.12.2020: 

Leere…?

„Die Leere hinhalten. Die Stille durchdringen. Und dabei erahnen, dass Gott sich schon längst hineingehalten hat in die Peripherien dieser Welt, vorgedrungen ist in die Herzkammer einer erlösungsbedürftigen Menschheit. Leere, die ihn anzieht. Stille, in die hinein Er spricht. Gott kommt an, selbst da, wo niemand mit ihm rechnet.“

Aus der Weihnachtsgrußkarte der Kommende, Dortmund und Akademie, Schwerte
 

 

Das Video kann nicht angezeigt werden!

Ändern Sie die Cookie-Einstellungen um das Video anzuzeigen


Mutmacher vom 17.12.2020: 

Ein chinesisches Sprichwort lautet: 

Willst du eine Stunde lang glücklich sein,
dann mache ein Nickerchen.
Willst du einen Tag lang glücklich sein,
gehe fischen.
Willst du ein Jahr lang glücklich sein,
erbe ein Vermögen.
Doch willst Du ein Leben lang glücklich sein,
dann hilf anderen.

Helfen macht zutiefst glücklich. Das erleben nicht wenige Menschen in dieser Pandemiezeit. Menschen eine große Freude machen, tut unendlich gut. Es ist wie in den Spiegel schauen:
Im frohen Gesicht des anderen erkenne ich meine eigene Freude. Jemandem etwas Gutes tun, lässt doch das eigene Herz höher schlagen. Da kommt das eigentliche Wesen des Menschen zur Geltung. Für uns Christen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Jesus sagt: „Was du für den geringsten Menschen getan hast, das hast du für mich getan.“ Im Gesicht des anderen kann ich tatsächlich das Gesicht Jesu erkennen.

Ich wünsche Ihnen, sich und andere so glücklich zu machen.

Rüdiger Helldörfer
Krankenhauspfarrer


Mutmacher vom 15.12.2020: 

Vertraut den neuen Wegen 

Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt. Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, sind Menschen ausgezogen in das Gelobte Land. 

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Aus dem Gotteslob Nr. 791 

 


Mutmacher vom 11.12.2020: 

Liebe Gemeindemitglieder im Pastoralen Raum,

seit gestern steht das Friedenslicht wieder in der Krippe in St. Pankratius. Wie in jedem Jahr in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet, weist es uns hin auf den menschgewordenen Gottessohn. Er ist das Licht, dem wir folgen, er ist das Licht, das unseren Lebensweg ausleuchtet. Wir dürfen dieses Licht weitergeben. Gerade jetzt eine besondere Aufgabe, der wir uns stellen sollten.

Ihr Pfarrer Elmar Quante

 

Ansprache einer Kerze

Ihr habt mich angezündet und schaut – ein wenig nachdenklich oder versonnen – in mein Licht. Vielleicht freut ihr euch auch ein bisschen dabei.
Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne. Wenn ich nicht brennen würde, läge ich in einem Karton mit anderen, die auch nicht brennen. In so einem Karton haben wir Kerzen überhaupt keinen Sinn. 

Aber seit ich brenne, bin ich schon ein kleines bisschen kürzer geworden, was auf der einen Seite schade ist, denn ich kann mir ausrechnen, wann ich so kurz bin, dass ich nur noch ein kleines Stümpchen bin.

Aber so ist das; es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich bleibe ganz und unversehrt im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab – aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll. Oder ich gebe Licht und

Wärme, dann weiß ich, wofür ich da bin, dann muss ich aber etwas geben dafür. Etwas von mir selbst. 
So ist das auch bei euch Menschen, genau so. Entweder ihr bleibt für euch, dann passiert euch nichts, dann geht euch nichts ab. Aber dann wisst ihr auch eigentlich nicht so recht, welchen Sinn euer Dasein hat. Dann seid ihr wie die Kerzen im Karton. Oder ihr gebt Licht und Wärme. Dann habt ihr einen Sinn. Dann freuen sich die Menschen, dass es euch gibt. Dann seid ihr nicht vergebens da.
Aber dafür müsst ihr etwas geben, von euch selber, von allem, was in euch lebendig ist: von eurer Freude, eurer Herzlichkeit, von eurer Treue. Auch von eurem Lachen, eurer Traurigkeit, von euren Ängsten, von euren Sehnsüchten, von allem, was in euch lebendig ist.
Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ihr dabei kürzer werdet. Das ist nur äußerlich. Innen werdet ihr immer heller. 

Hans-Albert Höntges, aus: Auszeit für die Seele 2020

 

 


Mutmacher vom 08.12.2020: 

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Das heutige Hochfest trägt einen langen und sperrigen Titel. Er bewirkt eher Widerstand und genau der, lässt mich nicht widerstehen, genauer hinzuschauen.

In meinem Video biete ich einen spirituellen Zugang an, der Mut machen will unser Hochfest zu durchdringen und zu leben.

Mit adventlichen Grüßen!

Pastor Dirk Salzmann

 

Das Video kann nicht angezeigt werden!

Ändern Sie die Cookie-Einstellungen um das Video anzuzeigen


Mutmacher vom 4.12.2020: 

Inzwischen gehört es jeden Freitag schon zum Ritual meine Familienmitglieder um alle ihre in der vergangenen Woche benutzten Masken zu bitten, damit sie den Weg in die Waschmaschine finden. Diese Mund-Nasen-Schutzmasken begleiten uns in diesem Jahr und es ist schon ein Reflex geworden, den andern, wenn er das Haus verlässt zu fragen: „Hast du auch deine Maske dabei, wenn du jetzt zum Bäcker fährst?“ Auch das Abstandhalten ist uns so in Fleisch und Blut übergegangen, dass uns Menschenmengen und schmale Gänge zwischen den Regalen und in den Geschäften irritieren und Fluchttendenzen freisetzen.

Im Advent werden wichtige Abstände kürzer. Der Abstand zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und der Abstand zu Gott, der dir in seinem Sohn von Tag zu Tag näherkommt. Und die Frage, wenn du das Haus verlässt könnte lauten: „Möchtest du heute so unterwegs sein, dass Gottes Sohn dir näherkommt? Und kannst du zulassen, das ER dich ansteckt mit dem besten Leben, mit Solidarität, mit Vergebung, mit Ewigkeit?

(angelehnt an: Adventkalender des BDKJ – Ulrich Klauke) Michaele Reith

 


Mutmacher vom 2.12.2020: 

Besser eine Hand voll und Ruhe, als beide Hände voll und Arbeit und Luftgespinste.“ Kohelet 4,6

Ist es nicht besser, beide Hände voll zu haben, also von Allem genug zu haben, voll im Leben zu stehen, beschäftigt zu sein, sich genug leisten zu können, auf nichts verzichten zu müssen, gefragt zu sein und gebraucht zu werden, als nur eine Hand voll zu haben und folglich eine leer, was dann ja wohl einen Mangel anzeigt? Warum wird im Buch Kohelet jedoch eine Hand voll mit Ruhe verbunden und als besser angesehen als beide Hände voll und mit Arbeit und Luftgespinsten gekoppelt? Ich stelle mir zwei volle Hände vor: Sie können nichts mehr aufnehmen, nichts mehr be- oder ergreifen und können damit für einen Menschen stehen, der ruhelos und voll besetzt ist mit vielen Dingen, Angelegenheiten und anderen Menschen.

Wenn nur eine Hand voll ist, vielleicht mit genau dem, was man wirklich zum Leben braucht, dann ist dementsprechend die andere leer: Sie kann etwas aufnehmen, sich füllen lassen. Sie kann etwas ergreifen und begreifen, was nicht nur mit ihr zu tun hat und etwas Neues berühren. Die leere Hand kann eine andere Hand voll ergreifen und spüren. Somit kann die eine leere Hand als Zeichen dafür stehen, dass ein Mensch Raum für sich bewahrt: Einen inneren Raum, in dem ausgeruht werden kann, in dem der Mensch zu sich selbst kommt und erkennt, wo er Luftgespinsten nachjagt, die sich bei näherer Betrachtung in Nichts auflösen. Ein Raum, der auch anderen Menschen etwas einräumt und erst dadurch eine echte Begegnung ermöglicht. Ruhe wird in der Bibel als Geschenk Gottes angesehen, bedeutet Gemeinschaft mit ihm und seiner friedlichen Ordnung. Ist der Mensch nicht gut beraten, sich an Gottes guten Gaben zu orientieren anstatt Allem nachzurennen, was ihn letztlich um seine Ruhe bringt?

Herzliche Grüße, Ihre Ulrike Koj und Pfr. Mertin

 


Mutmacher vom 27.11.2020: 

Am kommenden Sonntag, dem 1. Advent, beginnt das neue Kirchenjahr. Es beginnt eine Zeit, in der wir nach vorne schauen, uns auf Weihnachten vorbereiten. Vielleicht kann es auch eine Zeit sein, schon einmal zurückzuschauen. Einen ersten Blick darauf zu werfen, was wir hinter uns lassen, was wir auch loslassen können. 
Wir mussten eine Menge loslassen: Gewohnheiten, Haltungen. Corona hat uns durch viele Dinge, die selbstverständlich waren, einen Strich gemacht. 
Loslassen. 
Was lasse ich los von diesem schwierigen Jahr. Und was nehme ich mit? 
Wie gehe ich in den Advent? Und wie will ich dieses Jahr Weihnachten feiern? 

„Eines Tages fällt dir auf,
Dass du 99% nicht brauchst.
Du nimmst all den Ballast
und schmeißt ihn weg,
denn es reist sich besser
mit leichtem Gepäck.“

 Silbermond

 

Auch in diesem Jahr ziehen alle Wege 
vom Morgenland zum Abendland
durch die Wüsten des Lebens 
endlos an Vergänglichkeit vorbei. 
Aber man kann auf ihnen die selige Reise 
der Pilgerschaft zum Absoluten machen, 
die Reise zu Gott. 
Brich auf, mein Herz, und wandere! 
Es leuchtet der Stern, 
viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. 
Und viel geht dir unterwegs verloren. 
Lass es fahren. 
Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, 
Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. 
Er wird es annehmen. 

Karl Rahner 
aus: Schwarz/Stipinovich, Den Stern vor Augen, S. 34

 

 


Mutmacher vom 23.11.2020: 

Königswürde

Jesus Christus ist König. Ein König zeichnet sich dadurch aus, dass er selber herrscht und nicht beherrscht wird. Ein König ist souverän und hat eine innere Freiheit.

In der Taufe hast Du Anteil erhalten am Königtum Jesu. Du bist eine Königin oder ein König – souverän und frei.

Wer Hungernden zu essen gibt, wer Obdachlose aufnimmt, wer Kranke oder Gefangene besucht und Nackte Kleidung gibt, hat gewiss viel Gutes getan. Vor allem wird die Würde des Menschen anerkannt und auch das, zeichnet eine Königin oder einen König aus.

Wer im Geringen nur den Verlierer, im Kleinen nur den Schwachen, im Kranken nur Belastung sieht, befindet sich im höllischen Kampf mit sich selbst.
Wer die Würde des Geringen, des Kleinen oder des Kranken achtet, 
findet zum Leben.

Sei eine Königin oder ein König und lebe in Würde!

 

Gebet:

Komm', o komm', Königtum des Unmöglichen 
Deine Königsmacht komme! 
Komm und lass uns dort eintreten, wo all das, 
was uns als etwas Unmögliches erscheint, zur Möglichkeit wird. 
Lass uns dort eintreten, wo die Möglichkeiten, welche Du uns eröffnest, 
- nachdem wir bereits unsere eigenen völlig aus­geschöpft haben -, 
erst das Mögliche schaffen, damit wir - trotz allem – ausharren
und Dir in unserer so un­möglichen Welt treu bleiben mögen!

aus: Tomás Halík, Nachtgedanken eines Beichtvaters, S. 57

Pastor Dirk Salzmann

 


Mutmacher vom 20.11.2020: 

Auf in die Zukunft!

Die Zukunft hat viele Namen:
Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, 
für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte, 
für die Tapferen ist sie die Chance. 

aus frau und mutter Nr. 09 I 20 Zeitschrift der kfd

 


Mutmacher vom 16.11.2020: 

„Der Herr nimmt viel lieber den guten Willen eines aufrichtigen Herzens als große Taten ohne lautere Absicht.“  
Hl. Gertrud von Helfta

Seit ihrem fünften Lebensjahr lebte Gertrud im Zisterzienserinnenkloster Helfta, wo sie von der Äbtissin Gertrud von Hackeborn (1231 – 1291) eine gute theologische Ausbildung erhielt.
Seit 1281 vertiefte sich ihre Christusverbundenheit durch mystische Erlebnisse, die sie später aufschrieb. Die Schriften enthalten Gedanken über das Geheimnis der Eucharistie und des Herzens Jesu. Ihre Liebe zu Christus fand eine Entsprechung in ihrer Liebe zu den Mitmenschen, denen sie eine geduldige Zuhörerin, Ratgeberin und Trösterin war. 

Aus: Magnificat, Das Stundenbuch, November 2020, S. 191

 

Das Video kann nicht angezeigt werden!

Ändern Sie die Cookie-Einstellungen um das Video anzuzeigen


Mutmacher vom 13.11.2020: 

Menschen, die scheinbar das ganze Wissen ihrer Zeit in sich vereinen, sind manchmal etwas furchteinflößend. Worüber soll man mit einem solchen Menschen sprechen? Jedes Thema beherrscht der andere besser und tiefgründiger. Der hat ja schon alles durchdacht.
So ein Mensch war Albert der Große. Ein Universalgenie des 13. Jahrh., Lehrer des Thomas von Aquin, Professor, Bischof, Konzilsteilnehmer und einiges mehr. Gewiss ein Mensch der seinen Zeitgenossen etwas unheimlich war und alles andere als ein volkstümlicher Heiliger. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aber auch solche Menschen braucht die Welt. Menschen die sich durch ihr unabhängiges Denke in den Wirrnissen der Zeit nicht verführen lassen.
Bei all seinem Wissen ist Albertus immer ein gläubiger Christ geblieben. Vernunft und Glauben waren für ihn keine Gegensätze, sondern bedingten einander. Das Ziel des Menschen war für ihn Gott und nicht die Welt. Als Christen sind wir nicht nur in dieser Welt sondern immer schon ein kleines bisschen jenseitig. Das gibt eine große Gelassenheit, die Sorgen in dieser Welt einzuordnen.
Gott ist das Ziel!

Am 15. November ist der Gedenktag Hl. Albert der Grosse

Ihr Vikar Markus Henke

 


Mutmacher vom 10.11.2020: 

Mitternacht.

Mitternacht.
Die Ersten stehen, sitzen liegen schon seit Stunden.
Neue kommen hinzu, mit Decken, Thermoskannen
und Taschenlampen.
Mitternacht.
Und der Schalter öffnet erst um neun Uhr, dann,
wenn die Stadt schon längst erwacht ist.
Sie ist todmüde. Doch die Eintrittskarten für das 
Ereignis sind es ihr wert zu warten – eine ganze Nacht.
Er reicht ihr eine Tasse heißen Tee, –  einer aus der Schlange.
Wie gut der Tee tut.
Wie gut jetzt ein bisschen Schlaf tut.
Als sie erwacht ist es heller Morgen.
Die Schlange hat sich aufgelöst. Aus und vorbei, denkt sie.
Und sie friert.
Doch auf einmal steht er da und sagt:
Ich habe Ihnen zwei Karten zurücklegen lassen.
Zwei Karten – ihr Herz jubelt.

Ich denke – ich hoffe – ich vertraue:
dass Gott ähnlich handelt, wenn ich zu spät kommen sollte.

Vielleicht hilft diese Geschichte in der einen oder anderen Situation!
Das wünscht Ihnen

Rüdiger Helldörfer
-Krankenhauspfarrer

 


Mutmacher vom 06.11.2020: 

Das Heute ist dein Leben


Weißt du, daß das Heute dein Leben ist?
Wenn du das Heute verachtest,
dann verachtest du auch dein Leben.
Lege jeden Augenblick auf die Waagschale,
um herauszufinden, wie kostbar er ist.

Jetzt, in diesem Moment, wirst du geboren,
bekommst du Dasein geschenkt,
wird dir Lebensatem eingeblasen,
jetzt gehen deine Augen auf,
damit sich die ganze Welt dir öffnet,
jetzt wirst du angerufen,
damit du deinen Namen erfährst.

Das Gestern mag wichtig gewesen sein,
klammere dich nicht daran.
Das Vergangene läßt sich nicht mehr
vergegenwärtigen.
Das Morgen mag Großes bringen,
verlaß dich nicht blindlings darauf.
Jetzt ist die Zeit, auf die es ankommt,
horch gut auf das, was sich jetzt begibt:
es ist dein Leben!

(Aus: Otto Betz, Vom Umgang mit der Zeit. Ein Gradmesser unserer Zeit. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2004)